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Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: 'Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.' Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschsohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht und seine Stimme wie großes Wasserrauschen und hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: 'Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.' Schreibe das, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach. Offenbarung des Johannes 1,9-18 Patmos |
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Liebe Gemeinde; Die Offenbarung des Johannes, die letzte Schrift im NT, ist für uns ein geheimnisvolles Werk mit merkwürdigen Bildern. Was ich gerade gelesen habe, hat ganz konkrete Hintergründe. Während einer Busreise durch die westliche Türkei besuchte ich einzelne der Städte, die hier genannt werden: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Sardes. Heute sind das alle Ruinen. Damals, zur Zeit des Johannes, wohnten dort lebendige christliche Gemeinden. Später im Text der Offenbarung sind die Sendschreiben zu lesen, die von Johannes an diese Gemeinden geschrieben worden sind. Ich war auch während einer Kreuzfahrt im Mittelmeer auf der Insel Patmos. Selbstverständlich war ich auch in der Höhle, in der Johannes seine Visionen und Auditionen empfing, was er sah und hörte, als er vom Geist Gottes ergriffen worden ist. Das war eine ganz gewöhnliche Höhle, gar nichts Besonderes, nur geheimnisvoll ausgestattet, um nach- empfinden zu können, was Johannes da erlebt hat. Die Höhle liegt hoch oben auf der Insel. Ich konnte von dort unser Kreuzfahrtschiff ganz klein im Hafen unten liegen sehen. Hat ihn dieser Blick über die Inseln hinweg in die Weite für seine Visionen in eine andere Wirklichkeit angeregt? All die Bilder, die Johannes sah, sind im AT beschrieben. Sie werden in seinen Visionen wieder lebendig.
Ich rede jetzt kühn: Könnte es uns ähnlich ergehen wie Johannes? Wir tragen auch unsere Bilder von Gott und Jesus mit uns. Wir reden vom lieben Gott, vom zornigen Gott, vom unbegreiflichen Gott. Gott als alter Mann, der irgendwo im Himmel hinter den Wolken sitzt. Was könnten Sie jetzt noch hinzufügen? Wie haben Sie Gott schon ganz nah erlebt? Ist das mal ein Mensch gewesen, der Ihnen wie ein Engel Gottes erschienen ist? Oder war da eine seltsame Erscheinung in den Wolken? Was hat das für Sie bedeutet damals, in Ihrer kritischen Lebenssituation? So sollte auch das, was Johannes, vom Geist Gottes ergriffen, zu sehen und zu hören bekam, den 7 Gemeinden in Anatolien Hilfe und Trost sein. Sie wurden verfolgt, sie waren ihres Lebens nicht sicher.
Da war einer, einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel, sein Haupt und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie Schnee und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, seine Stimme wie großes Wasserrauschen. Und er hatte 7 Sterne in seiner rechten Hand und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges Schwert.
Was er sagte mündet alles hinein in diese Sätze: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.
Was sollte das den Gemeinden sagen? Die 7 Sterne in seiner Hand, die waren auch dargestellt auf den Geldmünzen der Zeit in der Hand des Kaisers als Herrschaftstssymbol. Das Bild will sagen: Er, Jesus, hat die Herrschaft in seinen Händen. Er, der Erste und der Letzte und der Lebendige. Was das Alte Testament aussagt, das wird auf Jesus übertragen. Das scharfe, zweischneidige Schwert, das aus seinem Mund ging, ist ein altes biblisches Gerichtssymbol. Er ist der Richter, sein Blick geht durch und durch er durchschaut und durchwaltet alles, was in uns und in der Welt geschieht.
In Jesus offenbaren sich ganz andere Dimensionen der Wirklichkeit, die wir um uns haben. Was wir ringsum uns her sehen und erleiden und erleben, das ist nur ein Teil der ganzen Wirklichkeit. Die Wirklichkeit Gottes ist noch eine ganz andere, gar eine wirklichere Wirklichkeit. Was Johannes da zu sehen bekommt das sind seine Bilder. Uns kommen sie seltsam vor, uns sagen sie nichts. Für Johannes sind sie gefüllt mit Wirklichkeiten, die nicht mit Worten zu erfassen sind. Nur mühsam können wir uns herantasten an das, was Johannes uns damit sagen will: Er, Jesus, der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er über allem und jenseits von allem. Deshalb: 'fürchte dich nicht, du musst mit dem, was dich bedrängt, nicht allein fertig werden. So sollte das, was Johannes vom Geist Gottes ergriffen, zu sehen und zu hören bekam , den 7 Gemeinden Hilfe und Trost sein. wir heute haben da keine Schwierigkeiten. Wir können den Gottesdienst besuchen, wie wir wollen. Das ist wahrhaftig nicht überall so. Am 1. Weihnachtstag wurden in Nigeria mindestens 40 Christen getötet, als sie nach dem WeihnachtsGottesdienst die Kirchen verließen. Am 11. Jan las ich in der SZ vom Mut ägyptischer Christen, vor allem Kopten. Beim Maspero-Massaker wurden 28 von ihnen bei einer friedlichen Demonstration gegen die Angriffe ihrer Kirchen getötet. In Nordkorea gelten Christen als Feinde des Regimes. Die Christen im Irak müssen tag für Tag um ihr Leben bangen. 53 Menschen starben bei einem Massenmord am 31. Oktober 11, als in einer der größten Kirchen Bagdas die Gottesdienstbesucher als Geiseln genommen worden. Solche Meldungen können beliebig erweitert werden.
Wir werden hierzulande als Christen nicht verfolgt. Aber wir haben unsere eigenen Lebens-Probleme, mit denen wir fertig werden müssen. Die Konfirmanden in der Schule, die Erwachsenen im Berufsleben. Die Sorgen um den Arbeitsplatz oder um die eigene Gesundheit, wie sich Bedrohliches weiter entwickeln mag, oder mit den Kindern oder in der Ehe. - Alles Erfahrungen, die einen an den Rand des Lebens treiben. Wie soll es weitergehen? In solche Lebenssituationen hinein die Visionen eines Johannes zu vernehmen, das öffnet ganz andere Dimensionen für unser Leben. Das, was wir um uns haben, was wir Schicksal nennen, das ist nicht alles. Es gibt noch anderes. Unser Leben ist eingefasst von Gott. Wie ein Edelstein in einem Ring eingefasst. Der Edelstein kann da nicht herausfallen. Wir können nicht aus Gott herausfallen, von allen Seiten umgibt er mich und hält seine Hand über mir. Wir sind solche Edelsteine, eingefasst, festgehalten von Gott. Diese Fassung macht den Sinn unseres Leben aus. Was wir erleben, da ist nichts umsonst. Die dunklen Täler haben ihren Sinn. Der Unfall, das Missgeschick, das ist nicht nur ein dummes Schicksal, das hat alles seinen Sinn und kann ganz neue Wege öffnen. Selbst der Tod ist nicht das Letzte. Gott und sein Christus ist der Letzte.
Johannes fiel vor ihn zu seinen Füßen, so sehr hat ihn seine Nähe überwältigt. Vielleicht können Sie Ähnliches erleben. Ich wünsche es Ihnen. Amen.. |