Beschreibung des Kirchengebäudes - Gnadenkirche

Evangelisch-Lutherische Gnadenkirche
Evang.-Luth. Gnadenkirche
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Beschreibung des Kirchengebäudes

Kirche
Die Gnadenkirche mit Gemeindezentrum und Kindergarten wurde im Juni 1974 eingeweiht. Das gesamte Gebäude ist ein Bau aus Gasbeton-Fertigteilen der Firma Hebel (damals in Emmering).

Architekt: Theo Steinhauser, München;
Deckengemälde: Hubert Distler (1919-2004);
Kanzel, Altar, Taufbecken, Kreuz: Karl-Heinz Hoffmann, Feldafing;
Glocken (1976): Glockengießerei Gebr. Borchert, Bad Friedrichshall:
Taufglocke: „Freuet euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“
Gebets- und Vaterunserglocke: „Dein Reich komme!“
Orgel (1983): Orgelbauer Schingnitz, Bernried;
Orgelprospekt: Hubert Distler.

Kirchenraum
Die Kirche, die nach draussen geht

Auf den ersten Blick erscheint die Gnadenkirche als ein moderner, zweckmäßiger Kirchenraum. Nichts ist fest eingebaut, alles (außer der Orgel) kann umgestellt werden, um beispielsweise eine andere Sitzordnung zu erhalten. Diese Anlage des Kirchenraums lässt jedoch noch  mehr erkennen als die reine Orientierung am Praktischen. Die Kirche ist nach draußen hin offen. Wer in der Kirche sitzt, kann hinaus in den  Garten oder durch die umlaufenden Oberlichte in den Himmel schauen. Umgekehrt darf die Sonne in die Kirche scheinen. So wird deutlich: Was  in der Kirche geschieht, hat einen Bezug zur „Welt“. Für den Kirchenvorstand der Gnadenkirche war dies Anlass, im Jahr 2001 das Leitbild: „Gnadenkirche – die Kirche, die nach draußen geht“ zu formulieren
Versammelte Gemeinde

Die Gemeinde, die sich in der Kirche versammelt, blickt nicht  nur nach draußen, sondern die Menschen sehen auch einander. Sie sind um  den Altar versammelt. LiturgInnen und PredigerInnen stehen im Gottesdienst in der Gemeinde, nicht vor oder über der Gemeinde. In der  Kirche feiert die versammelte Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden.

Sonne und Erde

Bewegung nach draußen und Konzentration um eine Mitte, das  drückt auch das Deckengemälde von Hubert Distler aus. Nicht abbildend,  sondern sinnbildlich, also anregend zu eigenen Gedanken und  Assoziationen, ist es zu verstehen. Eine große, runde Form – die Sonne,  Christus – zentriert und sammelt die Aufmerksamkeit. Unter diesem Kreis  stand ursprünglich, bis zur Errichtung der Orgel, der Altar. Davon gehen  in verschiedene Richtungen - wie Strahlen - Wege aus. Die Farben sind  die für Distler typischen erdigen Farbtöne, zu denen ihn seine  Studienaufenthalte in der Camargue/Südfrankreich inspiriert haben.
Näher sein, heraus aus Unfreiheit, Entfremdung und Einsamkeit  hin zum Licht, ins Helle, in die Mitte, wo Heimat und Geborgenheit sind.  So haben es die Hirten in Bethlehem in der Nacht der Geburt Christi  erfahren, als sie sich zum Licht des Stalles aufmachten und Christus  anbeteten. Ähnlich erging es seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern, die  aus dem Dunkel des Karsamstags ins Licht des Ostermorgens aufbrachen.
     
Anderen mag die umgekehrte Richtung näher sein: Aus der Mitte,  von Christus her, strahlt Leben, das nach außen drängt und die Grenzen  überschreitet – das Gemälde geht ja jenseits der Fenster „nach draußen“  weiter.
     
Distler hat einmal die  Grunddimensionen unseres Lebens aus seiner Sicht beschrieben. Für ihn  gibt es Himmel – Kraft – Ordnung – Erde – Chaos. Dazwischen der Mensch,  der seinen Lebensweg geht, sucht und findet. Die Gestaltung unserer  Kirchendecke zeigt: Der Mensch kann den Weg finden aus dem Chaos zur  Mitte, die sein Leben in Ordnung bringt.
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